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Psychische, soziale und emotionale Faktoren
Rechnen ist eine Disziplin, die viel mit Logik zu tun hat. Man muss sich selbständig für gewisse Lösungswege entscheiden, Fehler wirken sich erbarmungslos aus. So ist es verständlich, dass die seelische Verfassung des Kindes beim Rechnen eine grosse Rolle spielt.
- Kampf um die Hausaufgaben
Welche Dramen spielen sich doch wegen den Hausaufgaben in vielen Familien ab! Da rechenschwache Kinder oft nicht gleich verstehen und viel Zeit beanspruchen, dauern solche "Sitzungen" oft recht lange. Wenn bei den Hausaufgaben regelmässig Streit stattfindet, sollte man sofort Hilfe anfordern und das Helfen delegieren.
- Familiensituation
Es ist wichtig, wie Eltern und Umgebung auf Schulprobleme und schlechte Leistungen allgemein reagieren. Dramatisierung, Schuldzuweisungen, versteckter Ärger und übermässiges Üben wirken sich negativ aus.
- Lerngeschichte (Lernbiografie)
Macht ein Kind beim Lernen längere Zeit schlechte Erfahrungen, so wirkt sich dies unweigerlich auf sein Selbstbild (ich bin "blöd"), auf die Motivation und auf die Leistungen aus.
Gesundheitliche Probleme und Unfälle mit längeren Absenzen können zu Wissenslücken führen, ebenso häufige Lehrer- und Methodenwechsel. Besonders wichtig ist das Lehrer-Schüler-Verhältnis, wobei Vertrauen eine grosse Rolle spielt.
- Warum nützt Üben oft nichts?
Rechenschwäche ist nicht in erster Linie Folge davon, dass zu wenig geübt wird. Eher das Umgekehrte ist der Fall: in ihrer Not entwickeln rechenschwache Kinder eigene Vorstellungen und Rechenstrategien, oder diese werden ihnen durch ungeschulte "NachhelferInnen" beigebracht. So werden durch Üben Unverstandenes und falsche oder ungünstige Lösungswege trainiert. Diese scheinen zwar im Moment hilfreich aber spätestens in der 3./4.Klasse, wenn der Zahlenraum stark erweitert wird, können sie massive Probleme auslösen.
- Das Kind ist unselbständig und unsicher, es ist ängstlich
In der Mathematik werden Fakten verlangt, man muss sich selbständig für diesen oder jenen Weg entscheiden. Meistens gibt es nur ein richtiges Resultat: die Chance, Fehler zu machen ist sehr gross. Unentschlossene und ängstliche Kinder haben deshalb in diesem Bereich verständlicherweise oft Mühe. Das gleiche gilt für unselbständige Kinder, denen die Erzieher zu viel abnehmen: man spricht dann von erlernter Hilflosigkeit.
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