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Schulisch-didaktische Ursachen

  • Die Schule lässt dem Kind die Zeit nicht
    Das Schulsystem ist ein Abbild der Gesellschaft (Wirtschaft): In erster Linie sind Leistungen und Effizienz, normgerechtes "Funktionieren" usw. gefragt. Mit Noten wird Auslese betrieben.
    Bestrebungen, in der Schule Menschlichkeit zu fördern, sind vor allem vom Wohlwollen der jeweiligen Lehrperson abhängig. Doch der überfüllte Stoffplan, zu grosse Klassen (Sparmassnahmen), Druck auf die Lehrer von vielen Seiten (auch durch die Eltern), usw. verunmöglichen oft eine optimale Förderung rechenschwacher Schüler. Es ist eine Tatsache, dass es Entwicklungsunterschiede von mehreren Jahren zwischen Kindern gleichen Alters gibt. So geraten Kinder in Schwierigkeiten, wenn sie der Norm noch nicht genügen. Hier beginnt oft eine lange Leidenszeit und die Folgen können sich bis hin zur beruflichen Laufbahn auswirken.

  • Mangelhafter mathematischer Aufbau
    Kinder, die in der Mathematik auf Schwierigkeiten stossen, haben die Tendenz, eigene "subjektive" Rechenstrategien zu entwickeln, d.h. sie helfen sich so gut es geht mit Tricks und eigenen Lösungswegen. Dies geht bei einfachen Rechnungen eine Zeitlang gut, rächt sich aber bald (spätestens in der 3.Klasse).

    "Unser Kind konzentriert sich schlecht, macht Flüchtigkeitsfehler", ... lautet oft die falsche "Diagnose", wenn ein Kind im Rechnen unerklärliche Fehler macht:

    Irma ging in die 3.Klasse. Sie lernte viel, brauchte für die Hausaufgaben im Rechnen viel Zeit. So hatte sie sich auf die angekündigte Probe gut vorbereitet. Beim Test war sie zwar nervös gewesen, aber es schien gut gegangen zu sein. Wie gross war ihre Enttäuschung über das Resultat: eine 3! "Dabei habe ich so viel gelernt, in der Nachhilfe und zu Hause ging es!"
    "Viele Flüchtigkeitsfehler", hatte die Lehrerin darunter geschrieben.

    Hier ein Ausschnitt aus dieser Probe:

    Aufgabe 1: 75 - 23 = 48 f
    Aufgabe 2: 62 - 25 = 37 r
    Aufgabe 3: 43 - 18 = 25 r
    Aufgabe 4: 58 - 21 = 23 f

    und so weiter...

    Irma hatte trotz z.T. richtigen Resultaten immer falsch gerechnet! Warum? Weil ihr vor längerer Zeit bei der Addition folgender gutgemeinter Trick beigebracht worden war (und sie hatte ihn sich gemerkt!):

    "Rechne doch bei 23 + 45 so: 20 + 40 und 3 + 5, das ist doch einfacher!" Irma hatte sich dies gemerkt und auf die Subtraktion übertragen:

    Aufgabe 1 (siehe oben): 70 – 20 = 50/ 5 – 3 = 2/ 50 – 2 = 48
    ökonomisch wäre: 75 – 20 (=55) – 3 = 52 !
    Aufgabe 2: 60 – 20 = 40/ 5 – 2 = 3 (!!!)/ 40 – 3 = 37
    Hier ist das Resultat richtig, bei falschem Lösungsweg!

    Oft sind die Fehler nicht zufällig zustande gekommen sondern das Kind hat sich dabei etwas gedacht.

  • Unterricht
    Didaktik und Methodik des Lehrers und die zum Teil verwirrenden Lehrmittel müssen bei der Suche nach Ursachen mitberücksichtigt werden.

  • Viele HelferInnen/viele Methoden
    Wenn das Kind in Schwierigkeiten gerät, bemühen sich oft Eltern und andere HelferInnen um das Problem, es werden Nachhilfestunden organisiert (dies oft ohne die Lehrerin oder den Lehrer informiert zu haben). Aus Unwissen werden dann den Kindern eigene Methoden (Tricks) beigebracht, die nur scheinbar hilfreich sind. Solche Tricks können sich als Bumerang erweisen und später zu Schwierigkeiten führen.. Der Ratschlag zum Beispiel: "Rechne statt 2 + 7 doch 7 + 2, das kannst du!" kann im Moment eine Hilfe sein, rächt sich aber später, weil er unter anderem beim Minus-Rechnen nicht anwendbar ist.

  • Nachhilfe ohne Abklärung
    Aus Spargründen sind in vielen Kantonen sogenannte Fördergruppen oder IF (Integrierte Förderung) aktuell: Kinder mit Problemen werden in Kleingruppen 1-2 Stunden pro Woche in der Schule in Mathematik unterrichtet, dies meistens ohne gründliche Abklärung (man muss sparen!). Eltern sollten sich nicht damit abfinden, sondern eine eingehende Abklärung verlangen, bevor irgendein Förderunterricht erteilt wird.

  • Nachhilfe ohne Absprache mit der Lehrerin oder dem Lehrer
    Oft wird geholfen, ohne regelmässig oder überhaupt die Lehrperson zu informieren. Die Lehrerin oder der Lehrer merken dann nicht, dass gewisse Kinder stofflich und zeitlich überfordert sind und können nicht reagieren. Ausserdem wird versäumt, die Methode des Lehrers zu übernehmen.
unsichtbarer platzhalter

Psychische, soziale und emotionale Faktoren

Organische, neurologische Ursachen


organische, neurologische ursachen von einer rechenschwaeche zur lernstoerung

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